Nikolaus-Weihnachten.de - Weihnachtsgeschichten, Weihnachtsgedichte, Weihnachtsbilder, ...
Impressum
  
   Weihnachtsgeschichten
   Weihnachtsgedichte
   Weihnachtslieder
  
   Weihnachtsbilder
   Weihnachtsgeschichte
   Weihnachtsmarkt
   Winterbilder
   Weihnachtsmotive
  
   Die
   Weihnachtsgeschichte
   Die
   Nikolauslegende

   Biefe an den
   Weihnachtsmann

   Weihnachten im Internet





Die Schneekönigin

Das kleine Räubermädchen

Weihnachtsmärchen von Hans Christian Andersen ( 1805 bis 1875 )

Sie fuhren durch den dunklen Wald, aber die Kutsche leuchtete gleich einer Fackel. Das stach den Räubern in die Augen, das konnten sie nicht ertragen.
"Das ist Gold! Das ist Gold!" riefen sie, stürzten hervor, ergriffen die Pferde, schlugen die kleinen Vorreiter, den Kutscher und die Diener tot, und zogen nun das kleine Gretchen aus dem Wagen.
"Sie ist fett, sie ist niedlich, sie ist mit Nusskernen gefüttert!" sagte das alte Räuberweib, die einen struppigen Bart und Augenbrauen hatte, die ihr über die Augen herabhingen.
"Das ist so gut wie ein kleines fettes Lamm! Na, wie soll die schmecken!" und dann zog sie ihr blankes Messer heraus und das glänzte, dass es gräulich war.
"Au!" sagte das Weib zur gleichen Zeit, denn sie wurde von ihrer eigenen Tochter, die auf ihrem Rücken hing, so wild und unartig, dass es eine Lust war, in das Ohr gebissen. "Du hässlicher Balg!" sagte die Mutter, und kam nicht dazu, Gretchen zu schlachten. "Sie soll mit mir spielen!" sagte das kleine Räubermädchen. "Sie soll mir ihren Muff, ihr hübsches Kleid geben, bei mir in meinem Bett schlafen!" und dabei biss sie wieder, dass das Räuberweib in die Höhe sprang und sich rings herumdrehte, und alle Räuber lachten und sagten: "Sieh, wie sie mit ihrem Jungen tanzt!" "Ich will in den Wagen hinein!" und sie musste und wollte ihren Willen haben, denn sie war verzogen und hartnäckig. Sie und Gretchen saßen darinnen, und so fuhren sie über Stock und Stein tiefer in den Wald hinein. Das kleine Räubermädchen war so groß wie Gretchen, aber stärker, breitschultriger und von dunkler Haut. Die Augen waren ganz schwarz, sie sahen fast traurig aus. Sie nahm das kleine Gretchen um den Leib und sagte: "Sie sollen dich nicht schlachten, so lange ich dir nicht böse werde! Du bist wohl eine Prinzessin?"
"Nein!" sagte Gretchen, und erzählte ihr Alles, was sie erlebt hatte, und wie viel sie vom kleinen Karl hielt.
Das Räubermädchen betrachtete sie ganz ernsthaft, nickte ein wenig mit dem Kopfe und sagte: "Sie sollen dich nicht schlachten, selbst wenn ich dir böse werde, dann werde ich es schon selbst tun!" und dann trocknete sie Gretchens Augen und steckte ihre beiden Hände in den schönen Muff, der weich und warm war.
Nun hielt die Kutsche still; sie waren mitten auf dem Hofe eines Räuberschlosses, das von oben bis unten auseinander geborsten war. Raben und Krähen flogen aus den offenen Löchern, und die großen Bullenbeißer, von denen ein jeder aussah, als könne er einen Menschen verschlingen, sprangen hoch empor, aber sie bellten nicht, denn das war verboten.
In dem großen, alten, verräucherten Saale brannte mitten auf dem steinernen Fußboden ein großes Feuer; der Rauch zog unter die Decke hin und musste sich selbst den Ausweg suchen; ein großer Braukessel mit Suppe kochte, und sowohl Hasen und Kaninchen wurden an Spießen gebraten.
"Du sollst diese Nacht mit mir bei all meinen Tieren schlafen!" sagte das Räubermädchen. Sie bekamen zu essen und zu trinken und gingen dann nach einer Erde, wo Stroh und Teppich lagen. Oben darüber saßen auf Latten und Stäben mehr als hundert Tauben, die alle zu schlafen schienen, sich aber doch ein wenig drehten, als die beiden kleinen Mädchen kamen.
"Die gehören mir alle!" sagte das kleine Räubermädchen, und ergriff eine der nächsten, hielt sie bei den Füßen und schüttelte sie, dass sie mit den Flügeln schlug. "Küsse sie!" rief sie, und schlug sie ihr ins Gesicht. "Da sitzen die Waldtauben!" fuhr sie fort, und zeigte hinter einer Anzahl von Stäbe, die vor einem Loche oben in der Mauer eingeschlagen waren. "Das sind Waldtauben, die beiden, die fliegen gleich fort, wenn man sie nicht ordentlich eingeschlossen hält; und hier steht mein alter liebster Bä!" und damit zog sie ein Renntier am Horn, welches einen kupfernen Ring um den Hals trug und gebunden war. "Den müssen wir auch in der
Seite: Seite 1 - Das kleine Räubermädchen   Seite 2 - Das kleine Räubermädchen   Seite 3 - Das kleine Räubermädchen

Die Schneekönigin:
1. Geschichte, welche von dem Spiegel und den Scherben handelt.
2. Geschichte: Ein kleiner Knabe und ein kleines Mädchen
3. Geschichte: Der Blumengarten bei der Frau, welche zaubern konnte.
4. Geschichte: Prinz und Prinzessin
5. Geschichte: Das kleine Räubermädchen
6. Geschichte: Die Lappin und die Finnin
7. Geschichte: Von dem Schlosse der Schneekönigin, und was sich später darin zutrug






Nikolaus-Weihnachten.de
copyright © 2006, camo & pfeiffer



Weihnachtsmärchen: Die Schneekönigin - Das kleine Räubermädchen


Märchen