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Das vertauschte Weihnachtskind

Weihnachtsgeschichte von Victor Blüthgen - Seite 2

[ zurück zum Anfang der Weihnachtsgeschichte ]

Papa und Mama wußten natürlich von dem bevorstehenden Familienzuwachs. Elsbeth war anfangs dafür gewesen, sie zu überraschen, aber sie hatte doch auf die Dauer ihr Geheimnis nicht bei sich behalten können. Und Mama hatte gesagt: "Es ist nur gut, daß ich es weiß, da muß ich doch Steckkissen und Windeln instand setzen."
"Aber das sage ich dir, Mama, es ist meins!" hatte Elsbeth sehr entschieden gesagt. "Daß du mir’s nicht etwa nachher fortnimmst und sprichst, es wäre deins!"
"Ei, wo werde ich denn," hatte Mama geantwortet.
Nun war’s draußen dunkel, in der Gegend des Wohnzimmers allerlei Getrappel und Gemunkel. Elsbeth, die atemlos mit Fräulein in ihrem Zimmerchen wartete, hörte es und trippelte wie ein Irrlicht herum vor Ungeduld. Draußen läuteten die Glocken. Und endlich klingelte es.
"Fräulein, schnell -!"
Da war die Weihnachtsstube, mit Papa und Mama und dem Weihnachtsbaum und lauter Herrlichkeiten auf Tischen und Stühlen. Und die Eltern, beide lachten ganz glücklich: "Sieh doch dort, Elsbethchen, das ist deins, was der Weihnachtsmann dir gebracht hat."
Aber die großen Kinderaugen von Klein-Elsbeth suchten, suchten, und das Gesichtchen wurde immer kläglicher -
"Wo ist denn das Brüderchen?"
"Ja, denke dir," sagte Mama, "das ist nicht gekommen!"
Aus Elsbeths Augen kullerten Tränen.
"Der Ruprecht!" nickte sie. "Das ist schon so einer. Jetzt freue ich mich beinahe gar nicht."
"Ja," meinte Papa, "wir müssen ihn nächstes Jahr einmal fragen, ob er denn deinen Brief nicht bekommen hat."
Nun half da ja nichts; Elsbeth mußte sich mit den anderen Sachen zufrieden geben, und das ging ja auch, denn sie waren wirklich sehr schön.
Nachher wurden der Friedrich und das Stubenmädchen und die Köchin und die Jungfer von Mama gerufen, die bekamen auch ihren Teil. Die Köchin kam zuletzt und war ganz aufgeregt und sagte: "Gnädige Frau, bei Doktors oben ist ein kleiner Junge angekommen."
Klein-Elsbeth stieß einen Schrei aus. "Ein kleiner Junge? Mama, Mama, das ist meiner. Der ist falsch abgegeben!"
Und mit blitzenden Augen stand die vor der Mutter, ganz Aufregung.
"Ja, das kann man doch nicht wissen," sagte Mama bedenklich und blinzelte zu Papa hin.
"Doch." rief Elsbeth, "ich habe ihn doch bestellt, Doktors brauchen doch gar keinen. Bitte, bitte, schicke doch hinauf und laß ihn holen. Tante Doktor gibt ihn mit gewiß, das weiß ich. Ich habe ihr auch erzählt, daß ich ein Brüderchen bestellt habe."
Die Köchin und die Zofe und das Stubenmädchen lachten, aber Papa sagte ernsthaft: "Na, heute wollen wir’s nur oben lassen, es wird natürlich sehr müde sein und erst mal ordentlich ausschlafen wollen." "Aber ich will’s doch sehen!" rief Elsbethchen. "Fräulein, komm doch nur mit, wir wollen hinaufgehen."
"Heute nicht, sei artig, Elsbeth," entschied Mama.
Elsbeth stieß ein Schluchzen aus und stampfte mit den Füßen auf. "Ihr seid schlecht - ganz schlecht seit ihr ..."
"Elsbeth -" sagte Papa mit strengem Ton, den kannte sie schon, da war nicht gut Kirschen essen mit ihm. "Unartigen Kindern nimmt der Weihnachtsmann alles wieder weg, das weißt du. Natürlich das Brüderchen auch.""Sie ging zu ihren Sachen, weinte noch eine Weile still vor sich hin ...
"Morgen ganz früh gleich gehen wir hinauf, nicht?" sagte sie zu Fräulein, als die sie zu Bett brachte.
"Ja freilich."
Sie lag noch lange mit offenen Augen, lächelte manchmal glückselig ...
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