Nikolaus-Weihnachten.de - Dickens Weihnachtserzählungen
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Das Heimchen am Herde

Erstes Gezirpe.

Weihnachtserzählungen von Charles Dickens - Seite 11
Übersetzer: Richard Zoozmann

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Und dennoch sah er sie nicht einmal an, denn sein Auge war unruhig und sein Blick sinnend, wie wenn er immer an einen andern Ort und in einer andern Zeit hinausblickte, was auch immer seine Lippen dabei sagen mochten; diese Eigenschaft ließ sich aber auch seiner Stimme beimessen.
"Oder John," fuhr Kaleb fort, "um ein anderes Beispiel davon zu haben. Oder Tilly, soweit es in ihrer Art liegt. Oder Boxer, da trifft man's ganz gewiss."
"Habt wohl viel zu tun, Kaleb?" fragte der Kärrner.
"O ja, ziemlich viel, John!" versetzte Kaleb mit dem zerstreuten Wasen eines Mannes, der mindestens über den Stein der Weisen brütete. - "Ziemlich viel, gottlob! Es ist eine starke Nachfrage nach Archen Noahs dermalen. Ich hätte gern die Familie besser hergestellt, aber ich kann nicht einsehen, wie ich's zu diesem Preis tun kann. Es gereichte mir selbst zur größten Beruhigung, wenn ich's deutlicher machen könnte, wer Sem und wer Ham ist und welches die Weibsleute sind. Die Fliegen sind ebenfalls viel zu groß geraten, wisst Ihr, wenn man sie mit den Körpern der Elefanten vergleicht! Aber beiläufig gesagt, lieber John, habt Ihr nicht auch so'ne Art Paket für mich?" Der Kärrner fuhr mit der Hand in eine der Taschen des Rockes, den er vorhin abgelegt hatte, und zog daraus einen sorgfältig in Moos und Papier verpackten zierlichen Blumentopf hervor.
"Da ist es," sagte er, und reichte ihn Kaleb vorsichtig hin; - "gebt acht, es ist kein Blatt verdorben. Alles voller Knospen!"
Kaleb trübes Auge glänzte, als er den Blumentopf nahm, und er dankte dem Kärrner herzlich!
"Er war teuer," sagt der Kärrner; - "sehr teuer zu dieser Jahreszeit."
"Das tut nichts; - er wäre wohlfeil für mich, wenn er auch noch soviel kosten würde!" versetzte der kleine Mann. "Habt ihr sonst noch was für mich, John?"
"Eine kleine Schachtel," gab der Fuhrmann zur Antwort; "da ist sie!"
"An Kaleb Plummer," las der kleine Mann, nachdem er die Adresse mühsam heraus buchstabiert hatte; - "mit Vorschuss. Mit Vorschuss, John? Dann kann sie unmöglich für mich sein!" "Mit Vorsicht," berichtete der Kärrner, der ihm über die Schulter geblickt hatte; "wie könnt ihr nur auch Vorschuss lesen?"
"Ach ja, Ihr habt recht! freilich," sagte Kaleb; - "mit Vorsicht, heißt es. Ja, ja, das geht mich an. Es hätte freilich auch Vorschuss drin sein können, wenn mein lieber Junge im Goldland in Südamerika noch am Leben wäre, John. Ihr liebtet ihn ja, wie euern eignen Sohn; nicht wahr? Ihr braucht es nicht erst zu bestätigen - ich weiß es ja selbst. - Kaleb Plummer, mit Vorsicht. - Ja, ja, es ist ganz in Ordnung. Es ist eine Schachtel voll Puppenaugen für meiner Tochter Arbeit. Ich wollte, es wären auch Augen für sie in der Schachtel, John." "Ich wollte auch," sagte der Kärrner, "wenn es möglich wäre."
"Ich danke Euch," versetzte der kleine Mann, "Ihr sprecht mir recht ordentlich zum Herzen, John. Ach Gott, es schneidet mit tief in die Seele, dass ich denken muss, sie soll die Puppen niemals sehen können, während diese ihr den ganzen Tag so starr ins Gesicht sehen. Ist das nicht jammerschade, John? Was hab' ich Euch zu zahlen, John?"
"Fragt ja nicht noch mal, sonst sollt Ihr mir's bezahlen!" rief John. "Merkst du's Dot? Dicht daran, nicht?"
"Nun ja, Ihr macht mir's immer so", wandte der kleine Mann ein. "Das ist nun einmal Eure Weise, Eure gute liebe Weise. Lasst sehen, ich glaube, das ist jetzt alles."
"Ich glaube kaum", versetzte der Kärrner. "Besinnt Euch nur einmal."
"Ist noch etwas für meinen Prinzipal da?" fragte Kaleb nach kurzem Besinnen; "natürlich ja, eben deswegen kam ich ja auch hierher, aber mein Kopf ist so voll von Noahs Archen und andern Dingen, dass ich mich gar nicht mehr recht besinnen kann! - Ist mein Prinzipal noch nicht hier gewesen?"
"Nein, noch nicht!" gab der Kärrner zur Antwort; - "seit er auf Freiers Füßen geht, hat er zuviel zu tun."
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Das Heimchen am Herde:
1. Gezirpe
2. Gezirpe
3. Gezirpe






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