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Kapitelanfang der Weihnachtserzählung ]
Und dennoch sah er sie nicht einmal an, denn sein Auge war unruhig und sein
Blick sinnend, wie wenn er immer an einen andern Ort und in einer andern Zeit
hinausblickte, was auch immer seine Lippen dabei sagen mochten; diese
Eigenschaft ließ sich aber auch seiner Stimme beimessen.
"Oder John," fuhr Kaleb fort, "um ein anderes Beispiel davon zu
haben. Oder Tilly, soweit es in ihrer Art liegt. Oder Boxer, da trifft man's
ganz gewiss."
"Habt wohl viel zu tun, Kaleb?" fragte der Kärrner.
"O ja, ziemlich viel, John!" versetzte Kaleb mit dem zerstreuten
Wasen eines Mannes, der mindestens über den Stein der Weisen brütete.
- "Ziemlich viel, gottlob! Es ist eine starke Nachfrage nach Archen Noahs
dermalen. Ich hätte gern die Familie besser hergestellt, aber ich kann
nicht einsehen, wie ich's zu diesem Preis tun kann. Es gereichte mir selbst zur
größten Beruhigung, wenn ich's deutlicher machen könnte, wer
Sem und wer Ham ist und welches die Weibsleute sind. Die Fliegen sind ebenfalls
viel zu groß geraten, wisst Ihr, wenn man sie mit den Körpern der
Elefanten vergleicht! Aber beiläufig gesagt, lieber John, habt Ihr nicht
auch so'ne Art Paket für mich?" Der Kärrner fuhr mit der Hand in
eine der Taschen des Rockes, den er vorhin abgelegt hatte, und zog daraus einen
sorgfältig in Moos und Papier verpackten zierlichen Blumentopf hervor.
"Da ist es," sagte er, und reichte ihn Kaleb vorsichtig hin; -
"gebt acht, es ist kein Blatt verdorben. Alles voller Knospen!"
Kaleb trübes Auge glänzte, als er den Blumentopf nahm, und er dankte
dem Kärrner herzlich!
"Er war teuer," sagt der Kärrner; - "sehr teuer zu dieser
Jahreszeit."
"Das tut nichts; - er wäre wohlfeil für mich, wenn er auch noch
soviel kosten würde!" versetzte der kleine Mann. "Habt ihr sonst
noch was für mich, John?"
"Eine kleine Schachtel," gab der Fuhrmann zur Antwort; "da ist
sie!"
"An Kaleb Plummer," las der kleine Mann, nachdem er die Adresse
mühsam heraus buchstabiert hatte; - "mit Vorschuss. Mit Vorschuss,
John? Dann kann sie unmöglich für mich sein!" "Mit
Vorsicht," berichtete der Kärrner, der ihm über die Schulter
geblickt hatte; "wie könnt ihr nur auch Vorschuss lesen?"
"Ach ja, Ihr habt recht! freilich," sagte Kaleb; - "mit
Vorsicht, heißt es. Ja, ja, das geht mich an. Es hätte freilich auch
Vorschuss drin sein können, wenn mein lieber Junge im Goldland in
Südamerika noch am Leben wäre, John. Ihr liebtet ihn ja, wie euern
eignen Sohn; nicht wahr? Ihr braucht es nicht erst zu bestätigen - ich
weiß es ja selbst. - Kaleb Plummer, mit Vorsicht. - Ja, ja, es ist ganz
in Ordnung. Es ist eine Schachtel voll Puppenaugen für meiner Tochter
Arbeit. Ich wollte, es wären auch Augen für sie in der Schachtel,
John." "Ich wollte auch," sagte der Kärrner, "wenn es
möglich wäre."
"Ich danke Euch," versetzte der kleine Mann, "Ihr sprecht mir
recht ordentlich zum Herzen, John. Ach Gott, es schneidet mit tief in die
Seele, dass ich denken muss, sie soll die Puppen niemals sehen können,
während diese ihr den ganzen Tag so starr ins Gesicht sehen. Ist das nicht
jammerschade, John? Was hab' ich Euch zu zahlen, John?"
"Fragt ja nicht noch mal, sonst sollt Ihr mir's bezahlen!" rief John.
"Merkst du's Dot? Dicht daran, nicht?"
"Nun ja, Ihr macht mir's immer so", wandte der kleine Mann ein.
"Das ist nun einmal Eure Weise, Eure gute liebe Weise. Lasst sehen, ich
glaube, das ist jetzt alles."
"Ich glaube kaum", versetzte der Kärrner. "Besinnt Euch nur
einmal."
"Ist noch etwas für meinen Prinzipal da?" fragte Kaleb nach
kurzem Besinnen; "natürlich ja, eben deswegen kam ich ja auch
hierher, aber mein Kopf ist so voll von Noahs Archen und andern Dingen, dass
ich mich gar nicht mehr recht besinnen kann! - Ist mein Prinzipal noch nicht
hier gewesen?"
"Nein, noch nicht!" gab der Kärrner zur Antwort; - "seit er
auf Freiers Füßen geht, hat er zuviel zu tun."
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